Startsäit


Jean-Claude Juncker

Alter: 63
Sektioun: Mamer
Bezierk: Sud

Comitéen
  • Comité Circonscription CSV: Membre
  • Comité National CSV: Membre
Mandater
  • Commissaire Européen
Funktiounen
  • ancien Premier ministre
  • ancien Ministre d'État
  • ancien Ministre du Trésor
  • ancien Ministre des Cultes
Kommissiounen
  • Commission des Affaires étrangères et européennes, de la Défense, de la Coopération et de l'Immigration
Biographie
Jean-Claude Juncker wurde am 9. Dezember 1954 in Redingen an der Attert geboren.

Studium und Ausbildung

Nach dem Besuch des klassischen Gymnasiums im Internat von Clairefontaine (Belgien) immatrikulierte sich Jean-Claude Juncker 1975 an der Juristischen Fakultät der Universität Straßburg, wo er 1979 ein Juraabschluss erwarb.
Im Februar 1980 wurde er als Rechtsanwalt vereidigt, doch aufgrund seines frühzeitigen politischen Engagements und seines Regierungseintritts übte er diesen Beruf niemals aus.

Ministerämter

Als im Dezember 1982 ein Regierungsposten frei wurde, konnte der damalige Minister der Finanzen Jacques Santer Premierminister Pierre Werner davon überzeugen, den jungen Jean-Claude Juncker zum Staatssekretär für Arbeit und soziale Sicherheit zu ernennen, zwei Gebiete, die ihm als Politiker ganz besonders am Herzen liegen.
Im Juni 1984 wurde Jean-Claude Juncker zum ersten Mal für die Christlich-Soziale Volkspartei (CSV) in die Abgeordnetenkammer gewählt. In der ersten Regierung von Premierminister Jacques Santer wurde er Minister für Arbeit sowie Beigeordneter Minister für den Haushalt.

Als Luxemburg 1985 den Vorsitz des Rates der Europäischen Gemeinschaften innehatte, leitete Jean-Claude Juncker die Räte Soziales und Haushalt. In diese Zeit fällt auch der Beginn seines entschlossenen Engagements für Europa, das auf der festen Überzeugung beruht, dass nur die europäische Einigung den Frieden in Europa dauerhaft sichern kann.
Nach den Parlamentswahlen vom Juni 1989 begann mit Jean-Claude Junckers Ernennung zum Minister der Finanzen sowie zum Minister für Arbeit eine neue Etappe seiner politischen Laufbahn.

Als amtierender Vorsitzender des Rates Wirtschaft und Finanzen wurde Jean-Claude Juncker 1991 zu einem der federführenden Akteure bei der Ausarbeitung des Maastrichter Vertrages, insbesondere der Abschnitte über die Wirtschafts- und Währungsunion, die er zu weiten Teilen selbst verfasste. Bei einem informellen Treffen der Finanzminister der 12 Mitgliedstaaten, das im Mai desselben Jahres in Luxemburg stattfand, kamen die Verhandlungen zur Wirtschafts- und Währungsunion dank Jean-Claude Junckers Vorschlag des "Opting out"-Prinzips für das Vereinigte Königreich zu einem Ergebnis. Im Februar 1992 war Jean-Claude Juncker einer der Unterzeichner des Vertrags von Maastricht.

Im Juni 1994 wurde Jean-Claude Juncker erneut in die Abgeordnetenkammer gewählt, wobei er als Minister die Ressorts Finanzen und Arbeit behielt. Nachdem der Europäische Rat Premierminister Jacques Santer für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten designiert und das Europäische Parlament dessen Ernennung bestätigt hatte, wurde Jean-Claude Juncker am 20. Januar 1995 zum Premierminister und Staatsminister ernannt. Als Regierungschef blieb er weiterhin Minister der Finanzen sowie Minister für Arbeit und Beschäftigung.

Als Regierungschef setzte Jean-Claude Juncker neue Akzente, indem er sich verstärkt für die Repräsentation Luxemburgs im Ausland einsetzte. Zahlreiche offizielle Besuche und Arbeitsbesuche, oft in Begleitung umfangreicher Wirtschaftsdelegationen, führten ihn durch die ganze Welt. Auf sein Betreiben hin wurden die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu vielen Ländern intensiviert. Von besonderer Bedeutung war dabei die Entwicklungszusammenarbeit mit den Zielländern der Luxemburger Entwicklungshilfe. Mit einer öffentlichen Entwicklungshilfe von mehr als 0,8% seines BIP gehörte Luxemburg bereits 2001 zu den fünf am stärksten engagierten Ländern im Bereich Entwicklungszusammenarbeit.

Im Zusammenhang mit dem Stabilitätspakt zur Wirtschafts- und Währungsunion gelang es Jean-Claude Juncker im Dezember 1996 bei den heiklen Verhandlungen zwischen dem deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl und dem französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac erfolgreich zu vermitteln. Hieraufhin wurde er von der internationalen Presse als "Held von Dublin" gewürdigt.

Der Luxemburger Vorsitz des Rates der Europäischen Union im zweiten Halbjahr 1997 bot Jean-Claude Juncker die Gelegenheit, mit seinen Ambitionen für ein sozialeres Europa Akzente zu setzen. So wurde bei der außerordentlichen Sitzung des Europäischen Rates über Beschäftigungsfragen im November 1997 der sogenannte "Luxemburg-Prozess" eingeleitet, durch den die Mitgliedstaaten verpflichtet wurden, jährlich einen Aktionsplan für Beschäftigung vorzulegen sowie quantitative und nachprüfbare Kriterien bei der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu erfüllen.
Einen Monat später öffnete die Europäische Union bei der Tagung des Europäischen Rates in Luxemburg die Tür für die Osterweiterung. Bei demselben Gipfeltreffen wurde ebenfalls die Euro-11 ins Leben gerufen, d.h. die informelle Gruppe der Finanzminister der an der Wirtschafts- und Währungsunion beteiligten Länder, die inzwischen Euro-Gruppe heißt.

Nach den Parlamentswahlen vom Juni 1999 wurde Jean-Claude Juncker Premierminister und Staatsminister einer Regierung aus Vertretern von CSV und Demokratischer Partei (DP), die eine seit 15 Jahre bestehende Koalition aus CSV und Luxemburger Sozialistischer Arbeiterpartei (LSAP) ablöste. Jean-Claude Juncker behielt das Ressort Finanzen.

Im Anschluss an die Parlamentswahlen vom 13. Juni 2004, bei denen er ein persönliches Rekordergebnis erzielen konnte, wurde Jean-Claude Juncker am 31. Juli 2004 erneut Premierminister, Staatsminister und Minister der Finanzen, nun jedoch wieder in einer CSV-LSAP-Regierung.

Seit dem 1. Januar 2005 ist Jean-Claude Juncker ebenfalls erster ständiger Vorsitzender der Euro-Gruppe, die sich aus den Finanzministern der Mitgliedstaaten des Euro-Währungsgebiets zusammensetzt.

Im Rahmen des Luxemburger Vorsitzes des Rates der Europäischen Union im ersten Halbjahr 2005 konnte Jean-Claude Juncker bei der Tagung des Europäischen Rates vom März eine Einigung über die Reform des Stabilitäts- und Wachstumspakts erzielen, die dessen Grundprinzipien nicht antastet. Bei diesem Gipfeltreffen gelang Jean-Claude Juncker außerdem die Wiederbelebung der Lissabon-Strategie mit dem Ziel, die sozialen und ökologischen Aspekte des Prozesses wieder stärker zu betonen.
Im Rahmen der Fortführung der CSV-LSAP-Koalition im Anschluss an die Parlamentswahlen vom 7. Juni 2009 wurde Jean-Claude Juncker am 23. Juli 2009 erneut zum Premierminister und Staatsminister sowie zum Schatzminister ernannt. Seit der Regierungsumbildung vom 30. April 2013 ist Jean-Claude Juncker ebenfalls für das Ressort Kultusangelegenheiten zuständig.

Sonstige politische Ämter

Jean-Claude Juncker, der seit 1974 Mitglied der CSV ist, war von Oktober 1979 bis Dezember 1982 parlamentarischer Sekretär seiner Partei.

Zwischen Januar 1990 und Februar 1995 war er ebenfalls CSV-Präsident.

Nachdem Jean-Claude Juncker von 1989 bis 1995 Gouverneur der Weltbank war, ist er seitdem Gouverneur des Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie Gouverneur der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE).

Preise und Auszeichnungen

Mehrere internationale Universitäten haben Jean-Claude Juncker die Ehrendoktorwürde verliehen: die Philosophische Fakultät der Universität Münster (6. Juli 2001), die Universität Bukarest (13. April 2003), die Demokrit-Universität Thrakien (27. Januar 2004), die Robert-Schuman-Universität Straßburg (25. Oktober 2007), die Universität Pittsburgh (10. April 2008), die Medizinische Universität Innsbruck (15. November 2010) und die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Athen (8. Februar 2011).

Daneben erhielt Jean-Claude Juncker zahlreiche internationale Auszeichnungen: So wurde er am 5. Februar 2002 vom französischen Staatspräsidenten zum Großoffizier der Ehrenlegion ernannt und wurde am 27. Mai 2003 Ehrenbürger der Stadt Trier.
In Anerkennung seines Engagements für die europäische Idee erhielt Jean-Claude Juncker eine Reihe bedeutender internationaler politischer Auszeichnungen, darunter den renommierten Aachener Karlspreis im Jahr 2006.

Am 12. März 2007 trat Jean-Claude Juncker die Nachfolge des verstorbenen Léopold Sédar Senghor als assoziiertes ausländisches Mitglied der Akademie der Moral- und Politikwissenschaften des Institut de France an.

Seit dem 20. Dezember 2007 ist Jean-Claude Juncker Ehrenmitglied des Institut grand-ducal, Sektion der Moral- und Politikwissenschaften.

Am 16. Februar 2009 wurde der Premierminister Ehrensenator der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste.

Quelle: SIP