Das Flüchtlingsproblem stellt uns vor gewaltige Herausforderungen

Zu Beginn dieses Beitrages sei auf die Definition des Begriffs Asyl eingegangen, welches aus der griechischen Sprache stammt: σῦλος (sylosHeim oder Herkunft). Dies bedeutet das vorübergehende Gewähren von Schutz resp. die existenzielle Grundsicherung für die politisch Verfolgten aufgrund ihrer Rasse, Religion, Nationalität oder Zugehörigkeit zu einer politischen Gruppe. Die aktuellen Flüchtlingströme werden durch die dramatischen Entwicklungen u.a. Bürgerkriege, zerfallende Staatlichkeit, Terrorismus und Armut in den unterschiedlichen Weltregionen hervorgerufen. Die Kriegswirren in Afghanistan, in Libyen, in Syrien und am Horn in Ostafrika rufen die Flüchtlingströme hervor und fast 60 Millionen Menschen werden derzeit aus ihren angestammten Heimatregionen vertrieben.

Etwa 80 Prozent der Flüchtlinge lassen sich wohl in ihren Nachbarländern nieder in der Hoffnung, dass die Situation sich wieder beruhigen möge, sie erhöhen jedoch die bereits dort vorhandene prekäre Ernährungslage. Mittlerweile begeben sich vor allem junge Menschen, auf den beschwerlichen und oft gefahrvollen Weg über das Mittelmeer oder über die Balkanroute, um an die Pforten der Europäischen Union anzuklopfen. Flüchteten im Jahr 2014 fast 220.000 Menschen mit maroden Schiffen über das Mittelmeer, so sind es seit dem Frühjahr 2015 mehrere Hunderttausend Menschen, die sich an den europäischen Außengrenzen einfinden. Die Aufnahme und die Beherbergung sowie die Verpflegung bedingen einen titanischen Kraftakt aller Behörden. Die Europäische Union kann wohl nicht das gesamte Elend der Welt in Glück umwandeln, es soll aber mit Stolz auf die umfassende Hilfsbereitschaft vieler Menschen hingewiesen werden, die jeden Tag dieses Leid mit hohem Einsatz lindern. Ihnen gebühren unsere volle Anerkennung und unser Lob.

Angesichts des Massenansturms von Flüchtlingen sucht die Europäische Union nach Möglichkeiten, diese Migration zu stoppen, denn die Aufnahmekapazität von einigen Mitgliedsländern erreicht ihre Grenzen. Es kann keine Linderung geben, wenn nicht die Ursachen der Flüchtlingswellen ergründet und bekämpft werden. Nur wenn wir es gemeinsam erreichen, die Kriegsherde in Afghanistan und im Nahen Osten zu er Zukunft und eine umfassende politische Stabilität sichern, werden die Millionen Menschen in ihre Heimatländer zurückkehren.

kinder-rwanda-afrika-reisen-cb714afb-b0fb-48a6-9753-d4f831b84df3Mit umfangreichen langfristigen Hilfsprogrammen zum Aufbau von demokratischen Strukturen werden den Menschen der ersehnte Frieden in den Krisenregionen und die Perspektiven auf ein besseres Leben garantiert. Zusätzlich müssen die reichen Industrie- und die Schwellenländer ihre Außenpolitik, ihre Handelspolitik, ihre nicht nachhaltige Energieversorgung und ihre Entwicklungszusammenarbeit kohärent abstimmen. Gelingt dies nicht, dann dürften noch mehr Menschen aus dem armen Süden in den reichen Norden wandern, um sich dort „mit an den Tisch zu setzen“. Ein weiteres negatives Phänomen stellt die illegale Kapitalflucht dar. Auf 50 Milliarden US$ bezifferte jüngst der ehemalige Präsident Südafrikas, Thabo Mbeki, den jährlichen Kapitalexport aus Afrika. Diese Finanzmittel fehlen angesichts der Massenarmut, der miserablen Infrastrukturen, der schlechten Schulen und der maroden Krankenhäusern.

Anlässlich des UN-Sondergipfels in New York im vergangenen September wurden die neuen 17 nachhaltigen Entwicklungsziele für die kommenden 15 Jahre verabschiedet, sie gelten im Übrigen für alle Länder der Welt. Mit diesen Entwicklungszielen soll der Hunger in der Welt „ausradiert“ werden, wohlwissend, dass noch fast eine Milliarde der 7,4 Milliarden Menschen an Hunger und Unterernährung leiden. Da gewusst ist, dass die Bildung für alle Erdenbürger ein elementares Recht darstellt, soll erreicht werden, dass sie sowohl den Zugang zur Primärschule und Sekundärschule erhalten. Die Bildung und Ausbildung erlaubt es vor allem den Entwicklungsländern die Jugend zu bilden, die sie braucht, um das Land „aufzubauen“.

Weitere Beweggründe, welche die Menschen zwingen, ihre Heimat zu verlassen

Es kann doch niemand ernsthaft glauben, dass Menschen ihre Heimat freiwillig verlassen, wenn dort Frieden und Wohlstand herrschen. Niemand wir freiwillig seine Freunde, seine Familie und die gewohnte Umgebung verlassen, wenn er dort die Dinge vorfindet, die man zum Überleben braucht. Leider veranlasst die aktuelle Lage in vielen Weltregionen den Menschen, getrieben von Not und Verzweiflung, den Weg nach einem besseren Leben anzutreten.

Es ist deshalb falsch, die Ursachen der Flüchtlingsströme nur in den kriegerischen Auseinandersetzungen zu suchen. Neben diesen gelten der Klimawandel, die prekäre Wasserversorgung & Ernährungslage, die Verringerung der landwirtschaftlichen Flächen, die fehlenden Infrastrukturen und die Energieversorgung als Ursachen. Die Naturkatastrophen u.a. die Überschwemmungen, das Abschmelzen der Gletscher, die erhöhten Monsunregen, das Anwachsen der Wüstengebiete, die Erdrutsche, die Änderungen im Regionalklima, die Verschiebungen der Vegetationszonen sowie die Meeresspiegelerhöhung sind von eminent wichtiger Bedeutung.

Bedingt durch die Tatsache, dass Schrift:

etwa zwei Drittel der Menschheit in einem 100 km breiten Küstenstreifen leben, wird der Migrationsdruck sich erhöhen. Wenn diese „Gefahr“ besteht, warum wird denn so wenig getan, das Elend der Menschen in den Entwicklungsländern zu verringern?

Es leuchtet zwingend ein, dass das Problem von Flucht und Wanderung an der Wurzel zu packen ist, sowohl in den Ländern des Nordens als auch des Südens und zwar gemäß den drei Pfeilern der nachhaltigen Entwicklung des Planeten: politisch, ökonomisch und sozial.

1°         Hinsichtlich der Ernährungslage

Die Ursache für Armut und Umweltzerstörung ist die weit verbreitete nicht demokratische Regierungsführung, unterstützt durch die finanziellen Zuwendungen seitens der reichen Länder an die Eliten der Entwicklungsländer, welche ihrerseits kaum Interesse an der Hebung der Lebensumstände ihrer Mitbürger zeigen. Laut den Angaben der Vereinten Nationen sieht die Lage südlich der Sahara nicht erfolgversprechend aus, denn dort sank der Anteil der Allerärmsten von etwa 57 Prozent im Jahr 1990 auf etwa 41 Prozent im Jahr 2015. Der Verarmungsprozess breiter Menschenmassen in den ländlichen Regionen und den Slums erhöht sich noch durch die hohe Geburtenrate.

Ist diese Tatsache bereits bedauernswert, so kann jedoch nicht mehr weiter hingenommen werden, dass die Weltbank und der Internationale Währungsfonds durch ihre aufgezwungenen strukturellen Anpassungsprogramme während den vergangenen Jahrzehnten die Armut eher erhöhen als lindern. Weitaus schlimmer wirkt die Tatsache, dass eventuelle Gewinne von den internationalen Konzernen abgeschöpft werden, anstatt in den Ländern zu verbleiben. Viele bisher mit großen Mühen durchgeführte Aktivitäten werden durch dieses negative Wirken zunichte gemacht.

Wenn Erfolg ausgewiesen werden sollen, dann nur durch die tatkräftige Unterstützung der Familienbetriebe und der kleinbäuerlichen Betriebe. Ihnen muss die Chance eingeräumt werden, Dienstleistungen und Produkte für den lokalen und regionalen Markt anzubieten. Mit Hilfe der Mikrofinanz sind bereits bemerkenswerte Resultate erzielt worden. Es widerspricht jeder Ehrlichkeit, wenn die reichen Länder durch den massiven Export ihrer Produkte in die Entwicklungsländer, bedingt durch höchst unfaire Zolltarife, die einheimischen Preise unterbieten.

So nimmt z.B. seit einigen Jahren der Export von Geflügelteilen aus der Europäischen Union nach Westafrika in einem erschreckenden Maß zu. Weil die europäischen Konsumenten nur „bestimmte“ Teile u.a. Hähnchenbrust, bevorzugen, werden die restlichen Teile nach Afrika „entsorgt“ und diese verwerflichen Aktionen werden auch noch EU-Subventionen unterstützt. Es leuchtet ein, dass durch dieses Gehabe die einheimischen Geflügelmärkte fast vollständig zerstört wurden. Die dort lebenden Kleinbauern müssen ihre Produkte teurer verkaufen, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren – sie können mit den niedrigen Weltmarktpreisen nicht mithalten – der Verarmungsprozess erhöht sich.

Gerechtigkeit 1.jpgDiese fehlgeleitete Handelspolitik ruiniert das Leben auch der Jugendlichen, sodass ihnen keine andere Alternative als die Landflucht angeboten wird und letztendlich der lange Marsch zu uns als einzige Aussicht auf ein besseres Leben verbleibt. Und was vielfach verschwiegen wird, das importierte tiefgefrorene Fleisch wirkt durch die fehlende Kühlkette in vielen afrikanischen Ländern sogar noch gesundheitsgefährdend.

Man muss jedoch erwähnen, dass der Fair Trade Handel dazu dient, die Waren aus den südlich gelegenen Ländern in den Norden zu exportieren und die Kleinbauern den fairen Lohn für ihre Produkte erhalten.

2°         Hinsichtlich des Klimawandels

Der Klimawandel beeinträchtigt in einem steigenden Maß das Leben der Milliarden Menschen in den Entwicklungsländern, die zwei Drittel der Gesamtbevölkerung der Erde ausmachen. Die derzeitige Diskussion befasst sich nicht nur mit den Folgen dieses Klimawandels, sondern vor allem, welche Maßnahmen in Richtung Anpassungsfähigkeit der Länder ergriffen werden müssen.

In vielen Entwicklungsländern liegt der Anteil der landwirtschaftlichen Produktion bei 50 Prozent des Bruttoinlandproduktes, sodass die Klimaproblematik eine äußerst wichtige Bedeutung erhält. Vor allem sind die Hunderte Millionen Kleinbauern in den ländlichen Regionen von diesen Wetterextremen und den Änderungen der klimatischen Bedingungen betroffen. Wie sollen die Menschen, welche an den Küsten leben mit ihren nicht vorhandenen finanziellen Mitteln auf diese Anpassung eistellen, vor allem gegenüber dem steigenden Meeresspiegel? Dem kürzlich erschienen Dokument „Down the Earth – der Boden von dem wir leben“ kann man entnehmen, dass den Menschen vor 50 Jahren rechnerisch etwa 50 ar Anbaufläche zur Verfügung standen, um seine Ernährung zu sichern. Heute stehen den Menschen nur noch etwa 25 ar und bis Jahr 2050 noch 10 ar zur Verfügung.

Bedingt durch den Umstand, dass mehr als 70 Prozent der in Afrika landwirtschaftlich genutzten Fläche stark degradiert sind und 66 Prozent des Kontinentes als Ödland und Wüsten eingestuft sind, wird der Klimawandel die Ernährungslage und die Wasserversorgung noch prekärer gestalten.1) Die wachsende Bevölkerung von derzeit 1,1 Milliarden Menschen auf möglicherweise 4,4 Milliarden (Horizont 2100) verschärft diese Situation zusätzlich und erhöht den Druck auf die Naturressourcen.

Die negativen Auswirkungen des Klimawandels, gekoppelt mit einer zunehmenden Verschlechterung der Umweltbedingungen infolge der Klimaschwankungen und der nicht umweltverträglichen Flächennutzung führen zu einer Verschlimmerung der sozioökonomischen und gesundheitlichen Probleme. Als Folge werden die Menschen aus den ländlichen Gebieten aufbrechen und die Probleme bei ihren Nachbarn erhöhen, dies wird sicherlich den Kampf um Wasser und ertragreichen Boden erhöhen.

Es möge in Erinnerung gerufen werden, dass jährlich 0,3 bis 0,5 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen verloren gehen. Die Verlustrate übersteigt die Reproduktionsrate um das 30 bis 40fache. Man schätzt dass jährlich landwirtschaftliche Flächen und Wälder in der Größenordnung von Berlin (fast 900 km2) in der Europäischen Union „verschwinden“. Wie bereits oben angeführt, verringert sich die den Menschen weltweit zur Ernährung zur Verfügung stehende Agrarfläche ständig.

Weitaus schlimmer wirkt sich die prekäre Lage im Bereich der Trinkwasserversorgung aus. Mit den aufkommenden Dürreperioden wird das Trinkwasser zu einer äußerst gefragten Naturressource und es werden regionale Streitigkeiten um das seltene Gut aufflammen. Es wird vor allem Afrika unter diesen Missständen leiden, die Dürreperioden und die Wüsten werden beständig das fruchtbare Land verschlingen. Da sich die Nahrungsmittelproduktion verringert, werden immer mehr Menschen von Hilfslieferungen anhängig.

Die Menschen in den am wenigsten entwickelten Ländern wird es schwerfallen, sich an die Veränderungen anzupassen und die aufkommenden Schäden zu verringern u.a. durch effizientere Bewässerungssysteme und Regenwasserspeicher. Sie sind den drohenden Unwetterkatastrophen oft völlig schutzlos ausgeliefert. Ihre Lebensgrundlagen werden durch die Veränderungen zunehmend bedroht, vor allem durch den steigenden Meeresspiegel. Durch die beständige Überflutung mit Meerwasser werden die Agrarflächen unbrauchbar und die Grundwasserspeicher versalzen. Die Lebensgrundlagen von Hunderten Millionen Menschen werden ohne ihr Verschulden zunichte gemacht, die sich anschließenden Wanderungen werden wenig friedvoll ablaufen und die Reichen im „Weltdorf“ werden dies ebenfalls schmerzlich verspüren.

3°         Hinsichtlich des Landgrabbing

Bedingt durch die wachsende Weltbevölkerung schaffen viele Länder es nicht mehr, genügend Nahrungsmittel im eigenen Land herzustellen, sie sind auf Nahrungsmittelimporte angewiesen. Ein Ausweg für die reichen Länder besteht nunmehr seit einigen Jahren im Ankauf oder der langfristigen Pacht riesiger ertragreicher Agrarflächen. Auf diesem Weg sichern sie die Ernährung der eigenen Bevölkerung auf Kosten der Ärmsten der Welt. Vor allem die aufstrebenden Schwellenländer u.a. China, Indien und Südkorea sowie die reichen Erdölförderstaaten beanspruchen diese Landflächen.

Andere Länder pachten diese Landflächen zum Anbau von Agrotreibstoffen, da sie von den fossilen Energieträgern abrücken möchten. Dies erhöht den Wert dieser Flächen und lockt die Spekulanten zur Investitionen in ertragreiche Ackerflächen, wohlwissen, dass sie die Biodiversität in den Entwicklungsländern schädigen und denn dort lebenden Menschen zusätzlich das Wasser „klauen“.

Insbesondere in den Ländern, in welchen weder das Parlament noch die Zivilgesellschaft eine Kontrollfunktion ausüben, bereichern sich die herrschenden Eliten durch die willkürliche Vergabe von Landkonzessionen. Sie unterstützen das Landgrabbing, wohlwissend, dass die Ernährungssicherheit der eigenen Bevölkerung aufs Spiel setzen. Die weltweit wirkenden Hilfsorganisationen sind dann oft diejenigen, die sich dem wachsenden Leid der Landbevölkerung annehmen.

Laut den Unterlagen 2) wurden etwa 60 Millionen ha Agrarflächen in den Entwicklungsländern zur landwirtschaftlichen Nutzung an ausländische Investoren verkauft oder verpachtet. Allein in Afrika wurden 70 Prozent der Landflächen durch das „Landgrabbing belegt“. Man muss sich vorstellen, dass die 60 Millionen ha Fläche rund einem Drittel der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche der Europäischen Union entspricht.

Sind die Folgen für die Kleinbauern katastrophal, so müssen sie ohnmächtig zusehen, dass ihre überlieferte Sozialstruktur zerstört und das bereits schwache ökologische Gleichgewicht schwer beschädigt werden. Die ersten Probleme um ertragreiches Weideland und die wenigen verbliebenen Agrarflächen sind bereits zwischen den Wanderhirten und den Kleinbauern entbrannt.

Das Landgrabbing trifft vor allem die Frauen, denn sie sorgen in den kleinbäuerlichen Familienbetrieb für die Selbstversorgung. Diese Betriebe besitzen fast nie das von ihnen bearbeitete Land, sie sind deshalb wirtschaftlich und rechtlich kaum abgesichert. Die Frauen stellen das Rückgrat der kleinbäuerlichen Familien dar, sie sind jedoch überdurchschnittlich oft unterernährt, sozial untergeordnet und die ersten, die die negativen Auswirkungen des „Landklau“ erleiden.

In diesem Zusammenhang kann man nicht umhin zu erwähnen, dass Landgrabbing das Menschenrecht auf die angemessene Ernährung schwer verletzt. Dieses Recht ist ein wichtiger Teil des geltenden Völkerrechts und im Artikel 11 des Internationalen Paktes über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte von 1966 verankert. Die nationalen Regierungen sind verpflichtet, das Menschenrecht auf Nahrung zu respektieren. Des Weiteren muss alles unternommen werden, dass die Bevölkerung sich durch die eigene Produktion und ohne fremde Hilfe angemessen zu ernähren. 3)

Friedensentwicklung ist ein wichtiger Schlüssel

Angesichts dieser brisanten Entwicklung mit Bezug auf die Flüchtlingsströme können nur eine allumfassende Diplomatie und eine systematische Unterstützung aller friedensbereiten Kräfte zur Konfliktbeilegung beitragen. Bedingt durch das stets steigende Ungleichgewicht zwischen den armen und den reichen Menschen im „Weltdorf“ muss dringend Sorge dafür getragen werden, die schlimmsten Konflikte einzudämmen. Dies kann geschehen, wenn die politisch Verantwortlichen sich davon leiten lassen, dass sie die Kohärenz von Wirtschafts-, Außenpolitik und Entwicklungspolitik anstreben, denn nur eine vernetzte Sicht erlaubt die erfolgreiche Bekämpfung der Fluchtursachen in Afrika und im Mittleren Osten.

In seinem Sachbuch “Mordshunger” weist Jean Feyder darauf hin, dass wir endlich die einheitliche und kohärente Politik gegenüber den Entwicklungsländern durchführen und aus der perversen Logik ausbrechen müssen, dass die Entwicklungszusammenarbeit letztendlich nur der Wirtschafts- und Handelspolitik der Reichen in die Hände spielt. Als Lichtblick darf in diesem Zusammenhang vermeldet werden, dass die reichen Industrieländer ab dem Jahr 2020 gewillt sind, jährlich 100 Milliarden Euro als Entwicklungshilfe den Entwicklungsländern zur Verfügung stellen. Man muss diesen Beitrag jedoch mit den jährlichen Militärausgaben in Höhe von 1.400 Milliarden Euro vergleichen.

Gerechtigkeit 2.jpgWenn die Menschheit sich anlässlich der Klimakonferenz COP21 in Paris im Dezember 2015 aufrafft und ein Nachfolgeprotokoll für das auslaufende Kyoto-Protokoll verabschiedet, dann dürften die für den Klimawandel gefürchteten schädlichen Treibhausgasemissionen im Laufe dem kommenden Jahrzehnte immer stärker verringert werden – die 2 Grad C Begrenzung könnte „geschafft“ werden.

Der Abschied vom Zeitalter der fossilen Brennstoffe und der damit einhergehenden Verringerung der schädlichen Treibhausgasemissionen sowie die Erhöhung der Energieeffizienz auf breiter Front sowie dem massiven Ausbau der erneuerbaren Energien stellen gewaltige Herausforderungen an das „Weltdorf“. Vor allem die reichen Industrieländer stehen in der Verantwortung, sie die für den Klimawandel maßgeblich verantwortlich sind.

Der nunmehr begonnene Umbau der Energieversorgung ist technologisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll. Angesichts des Biodiversitätsverlustes und der Zerstörung der Lebensgrundlagen aller Menschen haben wir keine andere Alternative. Dieser Umbruch wird die Lebensqualität aller Menschen erheblich verbessern und die Tatsache, dass andere Menschen nunmehr auch etwas Lebensglück bekommen, sollte uns alle auf eine bessere Zukunft hoffen lassen.

Literaturhinweise: